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Was ist Emo?

28. September 2008

Eigent­lich ist Emo = Punk in den Augen der einen — oder auch Rock in den Augen von ande­ren. Doch Punk und Rock gibt es bereits sehr lange. Damit allein kann es also nicht beschrie­ben wer­den. Emo steht im eng­li­schen für “emo­tio­nal”. Doch wer hätte gewagt Punk & Rock nicht bereits als “emo­tio­nal“ zu beschrei­ben. Kühl und sach­lich sind diese Musik­rich­tun­gen beide eigent­lich noch nie gewesen.

Was also ist Emo? Es wird beschrie­ben als eine neue Art des Den­kens. Was genau ist neu daran? Emo sei mehr als eine Musik­rich­tung. Mehr geht es den Anhän­gern um ein bestimm­tes Lebens­ge­fühl und einen Lebens­stil. Es geht um inten­sive Gefühle und Emo­tio­nen. Ihnen gegen­über wer­den sogar Worte in den Hin­ter­grund gedrängt. Es geht „ledig­lich“ um Gefühle und Emo­tio­nen! Wie äußert sich dies nach außen? Wie bereits seit vie­len Gene­ra­tio­nen der Mensch­heit: in einem bestimm­ten Mode­stil. Wie sehen Emo Boys und Emo Girls aus? Schwarze oder meist dunkle Emo Hairs, die teil­sei­tig ins Gesicht hin­ein­fal­len. Pun­ki­ger Klei­dungs­stil. Ein oft als intro­ver­tiert gedeu­te­tes Auf­tre­ten. Auch das ist nicht weit ent­fernt vom guten alten Rock! Ähnlich den Gothics? Ja, das behaup­ten Anhän­ger von sich selbst. Selbst­de­stru­ti­vi­tät ist eben­falls in der Emo Szene ver­brei­tet, aber das sei nicht was sie aus­macht. Also was noch? Worin könnte sich die neue Welle Emo definieren?

Es ist die Zeit in der sie exis­tiert. „Ihr könnt mich in eine Schub­lade ste­cken, wenn Ihr wollt, aber ich bin, was ich bin! Emo­tio­nal und ver­letz­lich– ein­fach pur!“ Es ist die Zeit des Kon­sums und der Ver­su­chung des Abstump­fens im All­tag. Sie hat ein­mal mehr in der Geschichte ihre Reak­tion bei jun­gen Men­schen gefor­dert. In einer Zeit, die Mensch­lich­kei­ten, Schwä­chen und Ängste kaum akzep­tiert. Eine Zeit, die weni­ger Per­spek­ti­ven und mehr Gefah­ren bie­tet. Der Mensch fin­det ein­mal mehr kei­nen ande­ren Weg als den der Echt­heit. Man­che von uns gefragt, wie die Kin­der die­ser Gene­ra­tio­nen mit den neuen Umstän­den umge­hen wür­den. Dies könnte eines der Resul­tate sein. Es ist eine Mischung aus Schwer­mut und Sehn­sucht. Damit ist Emo geschicht­lich keine neue Reak­tion aber eine, die zu die­ser Epo­che gehört, wie Blu­men­kin­der und Janis Jop­lin in die 70er.

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